Parco Nazionale dell’Arcipelago di La Maddalena (Nordosten)
Das Maddalena-Archipel ist ein Nationalpark und Naturschutzgebiet – und kein explizites marines Schutzgebiet (area marina protetta). Aber das soll uns nicht stören und der Schutzbedarf ist gleichwohl sehr hoch.
Der Parco Nazionale dell’Arcipelago di La Maddalena ist eingebettet in den internationalen Naturpark Parco internazionale delle Bocche di Bonifacio, der gemeinsam mit Korsika als erweitertes Schutzgebiet verwaltet wird.

Schuld daran, nicht als marines Schutzgebiet anerkannt zu werden, sind gleich mehrere Faktoren: die Spuren, die der ehemalige US-Stützpunkt mit seinen Atom-U-Booten hinterlassen hat; der enorme Schiffsverkehr der Hauptsaison, der ständige Fährverkehr und sicher auch die Interessen des lokalen Tourismussektors und bürokratische Hürden. Die anhaltende Verschmutzung gewisser Küstenabschnitte sowie die fehlende konsequente, langfristige Unterstützung und Finanzierung, die ein marines Schutzgebiet nunmal benötigt, sind ebenfalls zu nennen.
Dennoch befinden wir uns in einem sehr fragilen Ökosystem. über 50 verschiedene endemische sowie einige vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten haben sich das Archipel als Lebensraum erwählt – und zwar lang bevor die ersten Touristen hier mit dem Boot die Buchten bevölkerten.
Daher legt der Park auch die gleichen Standards und Schutzzonen an, die auch in den Aree Marine Protette gelten. Dennoch bleibt angesichts des enormen und gefühlt eher zu- als abnehmenden Bootsverkehrs der Eindruck, man will es sich mit den Touristen und den Betreibern nicht verscherzen.
Eine Übersicht der Schutzzonen und einen Zonenplan mit erlaubten / verbotenen Aktivitäten findet ihr in diesem Artikel: Arcipelago di La Maddalena: Schutzzonen im Maddalena-Archipel

Ticket / Genehmigung, Ankerverbote – und Kontrollen
Für das Befahren des Nationalparks ist eine Genehmigung erforderlich. Das Ticket kann online gelöst werden, Preis richtet sich nach Art und Größe des Bootes. Die Genehmigung ist nicht teuer, und es sind ja immerhin auch wir, die viel Arbeit verursachen. Guckt Euch einfach mal den Müll an, durch den man in der Hauptsaison in manchen Buchten fährt.
Ein nächtliches Ankerverbot seit 2024 rundet die Sache ab. Bitte ankert generell nur dort, wo es lt. Seekarte erlaubt ist, wo keine Posidonia wächst bzw. nutzt die in der Saison ausgelegten Festmachebojen. Anderes führt unter Umständen zu einer Strafe / multa.
Entgegen vieler Behauptungen, das würde nicht kontrolliert und man könnte es sich sparen: Das war vielleicht vor ein paar Jahren noch so. Die Kontrollen in den Sommermonaten haben in den letzten Jahren stark zugenommen (zu variablen Tages- und Nachtzeiten).
Wer es trotzdem versucht, kann Glück haben – muss aber grundsätzlich im Falle des „Erwischtwerdens“ mit einem Bußgeld rechnen. Vereinzelt soll gelingen, nachzulösen. Das liegt im Ermessen der Kontrolleure. Das nachgelöste Ticket ist dann teurer.
Landgang
Die gleichnamige Stadt auf der Hauptinsel La Maddalena ist wirklich ein schöner, sehenswerter Ort. Cafés, Weinbars und Restaurants sowie eine gute Infrastruktur mit Supermärkten und Geschäften sind natürlich auch zu finden. Und das im ganzen Jahr – auch die „Maddalenini“ wollen ja leben, essen und einkaufen. Allerdings ist alles einen Tick teurer als auf dem sardischen „Festland“. Augen auf insbesondere bei Restaurants in der Innenstadt – vereinzelt werden 10 Euro coperto (Servicegebühr) pro Person berechnet.
Die Insel Maddalena eignet sich prima für Biketouren – eine Panoramastraße führt einmal rundherum und ist zwar hügelig, aber leicht zu fahren. Wer wandern möchte: Auf Caprera sind schöne Touren auf eigene Faust möglich (außer zur Cala Coticcio – die steht unter Schutz und darf nur mit Guide besucht werden).
Wer sich für italienische Geschichte interessiert: Das Museum, das dem Freiheitskämpfer Garibaldi gewidmet ist, ist einen Besuch wert. Kuriosum: In der Nähe einer Bar in einem Waldstück ist das Grab seines berühmten Pferdes Marsala öffentlich zugänglich.
In Stagnali informiert das Umweltzentrum CEA über den Schutz der Delfine und großen Meeresbewohner (Centro Ricerci Delfini), ausgestellt ist auch das Skelett eines Pottwals, der vor Sardinien strandete – die Geschichte liest du auf meinem Blog: https://pecora-nera.eu/paradies-pottwal-plastik-muell-mensch-meer/
Links / Informationen
- Informationen im Web auf: www.lamaddalenapark.it (italienisch) … auf www.parks.it: englisch, deutsch)
- Karte der Schutzzonen: https://www.lamaddalenapark.it/pagina13159_zonizzazione.html
- Karte der Schutzzonen: auf sardegnamappe.it (in italienisch, englisch, französisch)
- Online-Magazin Parcoinforma mit News und Aktivitäten des Parks: http://parcoinforma.lamaddalenapark.it
- Centro Ricerci Delfini auf Caprera (Loc. Stagnali): http://www.parks.it/parco.nazionale.arcip.maddalena/Gcen_dettaglio.php?id=562
- Artikel auf pecora-nera: Trekking auf Caprera – http://pecora-nera.eu/trekking-in-bildern-von-punta-rossa-zum-monte-tejalone-isola-caprera/ und http://pecora-nera.eu/auf-dem-weg-nach-tahiti/ … Bocche di Bonifacio – http://pecora-nera.eu/bocche-di-bonifacio-wird-internationaler-naturpark/