Grecale (NE) – frische Luft vom Kontinent
Dieser Wind kommt (von Malta, dem früheren Dreh- und Angelpunkt des Mittelmeers, aus gesehen) aus Richtung Griechenland – daher der Name Grecale.
Auf dem italienischen Festland nennen ihn die Seeleute auch Greco. In der nördlichen Adria spricht man eher selten von ihm. Denn wenn, breitet sich dort von Nordnordost das Windphänomen Bora aus: ein sehr starker und kalter Wind, der Segler in Atem hält.
GRECALE ~ North-East / Nord-Ost / Nord-Est (NE 45°)
Der Grecale weht auf Sardinien mäßig bis stark aus Nordost und ist ein typischer Winterwind.
Er trägt über das ligurische und tyrrhenische Meer kalte, kontinentale Luft aus Russland bis nach Sardinien und gar zum afrikanischen Kontinent. Zuweilen ist er wirklich eiskalt. Erreicht der Grecale Sturmstärke, ist auch rund um Sardinien mal Zeit fürs Ölzeug – ähnlich wie beim Tramontana.
Der Grecale wird anfangs begleitet von Wolken (nicht unbedingt Regen) und unbeständigem Wetter. Sprich: Manchmal verschlechtert sich das Wetter, ein anderes Mal verbessert es sich.

Meist ist das Wetter aber bei Grecale nicht dauerhaft schlecht: Der Himmel klart dann schnell auf und ein echter Grecale hat über das Meer von Norditalien kommend schon die meisten Wolken abgeschüttelt. Von den Sarden in der Anglona (Nordwesten) wird der Grecale darum auch manchmal Bentu ’e sole genannt, der Wind der Sonne.
Rechnet also ruhig mit gutem Wetter. Seid vorbereitet, falls es anders kommt.
Im Frühling, Sommer und Herbst ist der Wind grundsätzlich angenehm zu segeln, auch kein Im Sommer schätze ich die angenehme Brise, die den Tag erfrischt.

Bei einem echten Grecale setze ich gern die Segel – traumhafte Segeltage sind dann zu erwarten, auch im Winter. Aber …
Achtung beim „unechten Grecale“
Schaut immer gut auf die aktuelle Wetterlage im westlichen Mittelmeer, ob sich hinter einem harmlosen Nordostwind nicht doch ein weitläufigeres Wettersystem verbirgt.
Ausgeprägte Tiefdruckgebiete, die sich über dem Tyrrhenischen Meer (Dreieck zwischen Sardinien – Neapel – Sizilien) eindrehen, können unangenehm sein und auch mal zu Sturmstärke ausufern (Stichwort: „Medicane“).
Dann dreht der Wind entlang der Isobaren des Tiefs gegen den Uhrzeigersinn und kommt als „unechter Grecale“ aus Nordost auf Sardinien an – ist aber nicht der kontinentale Grecale.