Libeccio (SW) – der ungemütliche Regenbote

Aus südwestlichen Richtungen weht der Libeccio. Der Name erinnert an Libyen, und das ist von von Malta aus gesehen auch fast richtig. Aber eben nur fast – die Richtung wäre eher Süd.

Die Bezeichnung Libeccio leitet sich wohl eher vom griechischen »líps libós« ab, was »Wind, der Regen bringt« bedeutet. Tatsächlich wird er als Ausläufer von Atlantiktiefs oft von intensiven Regengüssen begleitet. Allerdings ist er auf Sardinien relativ selten, und weht wenn, dann eher im Südwesten der Insel.

Alle, die auf dem trockenen Land etwas anbauen wollen, schätzen ihn genau wegen seiner Feuchtigkeit. Für Segler ist er eher unangenehm.

LIBECCIO ~ South-West / Süd-West / Sud-Ovest (SO 225°)

Der Libeccio ist böig, feucht und ungemütlich. Segler vor der sardischen Südwestküste können mit starkem Seegang und Regen rechnen. Ankern wird im Westen / Südwesten tendenziell schwierig.

In den Sommermonaten ist der Libeccio böiger und bringt dann zwar etwas weniger Regen, aber höhere, unangenehme Wellen mit.

Und wenn er schonmal da ist, dann wird er auch gern mal stürmisch – bei Libeccio lohnt ein Blick auf die längere Wettervorhersage und ob nicht auch ein, zwei Hafentage mit Landgang die bessere Option sind.

Der Libeccio bringt an der südlichen Westküste ähnlich wie der Maestrale Wellen mit und sorgt für eine starke Brandung – Ankern an dieser Inselseite quasi unmöglich.

Übrigens: Bei den Sarden im Logudoru (im Landesinneren südlich von Sassari) gibt es noch einen weiteren Namen für den Libeccio. Denn für sie war nämlich nicht Malta, sondern ihr Dorf der Nabel der Welt. Und so nennt man den Libeccio im auch Busincu– weil er für die Leute, die dort leben, aus Richtung des Ortes Bosa kommt.

Weil er aber so selten ist, hab ich auch gerade kein eindeutiges Foto zur Hand … möglich, dass dies hier einer war, an der Südwestküste bei Masua:

Landgang im Süden bei Libeccio und Regen

In der Südhälfte der Insel bietet sich ein Streifzug durch die Inselhauptstadt Cagliari an. Dorthin fahren aus den Häfen in der Region auch Überlandbusse. Und bei Regen gibt es viele Möglichkeiten, einzukehren – von netten Cafés über Geschäfte bis zu Museen.

Tipps für die Inselhauptstadt findet ihr auf meinem Blog in diesem Artikel:

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