Ponente (W) – ein kraftvoller Segelwind
Der Wind wird auch „Occidente“ genannt und kommt aus dem westlichen Mittelmeer, bzw. ursprünglich vom Atlantik über die iberische Halbinsel.
Er weht auf Sardinien im ganzen Jahr. Wenn er eine bevorzugte Jahreszeit hat, dann den Sommer. Vorsicht: In der Nebensaison weht der Ponente stärke und kann auch Sturmstärke erreichen.
Sein Name rührt vom spanischen Wort „poner“ (setzen, legen) und beschreibt, dass dort im Westen, die Sonne untergeht, sich quasi „hinlegt“.

PONENTE ~ Ovest / West (W 270°)
Der Ponente ist kräftig, aber gleichmässig und entsteht oft nachmittags und häufiger im Sommer.
Ein lang anhaltender, kräftiger Ponente ist ein idealer Segelwind, um eine der langen Küsten Sardiniens entlang zu segeln und (wegen der wenigen Häfen dort) mit Schichtwechsel auch Strecke zu schaffen. Gut also für Lang- oder Nachtfahrten von Nord nach Süd oder umgekehrt.
Tipps zum Ankern im Westen bei Ponente
- An der Westküste sind Wind und Welle sehr präsent. Ankern wird dort eher zu einer Herausforderung.
- Gut geschützt sind die Buchten hinter dem Capo Caccia: Cala Dragunara und Cala Tramariglia sowie die Bucht von Porto Conte (alle nahe Alghero)
- Im mittleren Westen gut: Golfo di Oristano bei Tharros hinter dem Capo San Marco
- Ansonsten heißt es: Weitersegeln in den nächsten Hafen.
An Land verliert sich ein leichter Ponente aufgrund der hohen Gebirge Sardiniens.
Als Folge bedeutet das an der mittleren Ostküste im Sommer oft auch Windstille und spiegelglattes Meer in den Ankerbuchten. Wer unbedingt weiter muss: Wegen der wenigen Häfen im mittleren / südlichen Osten also rechtzeitig tanken oder den Ersatzkanister füllen.
Das kommt aber tendenziell nicht plötzlich, sondern baut sich langsam auf. Die Wellen sind länger, die Böen weniger bissig als beim Maestrale.
Apropos: Im Nordosten nennt man der Einfachheit halber auch einen Ponente gern Maestrale, da er sich in der Bocche di Bonifacio (ja, schon wieder die) leicht auf Nordwest eindreht.
