Mezzogiorno (S) – seltener Gast aus Afrika
Man könnte denken, ein Südwind wäre auf Sardinien recht häufig anzutreffen. Ein reiner Vento di mezzogiorno ist aber auf Sardinien tatsächlich sehr selten. Südliche Winde kommen eher als Südost / Scirocco oder Südwest / Libeccio an. Im Norden der Insel weht der Mezzogiorno fast nie.
Auch im Sprachgebrauch nicht – und so ist man sich auf der Insel nicht einig, wie man ihn nennt. Andere Namen sind „Meridione“ oder „Ostro„. Letzteres hat nichts mit Osten zu tun, sondern stammt vom lateinischen Wort „auster“ für Süden. „Vento australe“ bedeutet „Südwind“.
MEZZOGIORNO ~ Sud / Süd / South (S 180°)
Der Mezzogiorno ist abhängig von einem Hochdruckgebiet, das sich in den Sommermonaten über der Sahara bildet. Im Süden Sardiniens weht er eher schwach und unregelmäßig.
Er ist zwar kein ausgesprochen guter Segelwind, aber auch nicht böse.
Wenn er weht, dann trägt der Mezzogiorno warme, meist trockene Luft aus Süden, die auf Sardinien zu heftigen Hitzewellen („afa„) führt. Keine Abkühlung zu erwarten. Selbst auf dem Meer ist es dann richtig heiß, die Sonne brennt.
Manchmal aber, wenn er leicht auf Südost dreht, bringt er Regen mit, der aber vorübergehend die Luftfeuchtigkeit erhöht und auch eher unangenehm ist.
Insgesamt nicht mein Liebling – bei Mezzogiorno versuche ich gar nicht erst zu segeln, schlafe nach Möglichkeit tagsüber und verlege wie auch die Sarden das Leben in die Abendstunden und Nächte.
Landgänge sind sehr zu empfehlen – im Sommer ist das Nightlife auf Sardinien durchaus kurzweilig und auch viele Restaurants bis in die Nacht geöffnet.
Nachtfahrten, um längere Wege zu überbrücken (zum Beispiel an der hafenarmen Westküste), sind bei Tramontana aber sehr gut machbar.
