Ein segelndes Schaf

Ich bin Nicole, ein segelndes schwarzes Schaf aus Schleswig-Holstein auf einem Piratenboot vor Sardinien …

Ich bin geboren, aufgewachsen und verankert zwischen den Meeren. 2009 verschlug mich eine Auszeit nach der Finanzkrise nach Sardinien und seither erkunde ich die Insel. Mein Bloggerleben hat damit auch angefangen – aber an Land, als schwarzes Schaf, ital.: pecora nera. Davon erzähle ich gleich mehr.

Mein Seglerleben begann ich als Mitseglerin auf der Ostsee. Flensburg, Kiel, Laboe, dänische Südsee. Meinen Segelschein machte ich mit Mitte 30 auf der Hamburger Alster. Nur ein einziges Mal war ich auf der Nordsee. Wenn ich etwas auf meiner Segler-Bucketlist habe, dann ist es, nach Helgoland und England zu segeln.

Dann half ich, eine Yacht von Südfrankreich nach Sardinien zu überführen und segelte auf dieser noch rund fünf Jahre im Nordosten der Insel und rundherum.

Ich mit Mr Shluck, frisch auf dem Piratenboot in Torregrande, an der windigen Westküste

Seit 2017 segle ich nun mit meinem eigenen kleinen Kajütboot vor Sardinien – einer kleinen Neun-Meter-Yacht namens CORSARO. Das ist Italienisch für „Freibeuter“, so eine Art „legaler Pirat“ und kurz nenne ich ihn auch nur „Pirat“. Im Grunde meines Herzens bin ich eigentlich immer noch Jollenseglerin, aber das kratzt sicher nicht am Ego des CORSARO.

Meinen „Ziggurat 916“, gebaut 1978 in der Werft CPR Fiumicino, fand ich einsam in Torregrande an der Westküste Sardiniens liegend, und nun hat der CORSARO seinen offiziellen Heimathafen wie ich in Kiel.

Eine Zeitlang (bis Covid) war das Boot auch mein Zuhause, im Hafen von Porto Rotondo. Jetzt ist es mehr ein „Boat Office“ und wechselt vor Sardinien seinen Liegeplatz nach Gusto. Aktuell suchen wir rund um Olbia nach der Bucht, in der es sich am besten schwojt.

Mit mir segelt Mr. Shluck, Bordpapagei und Chef-Navigator (hier geht es zum Instagram-Account von Mr. Shluck – Travelling Pirate Parrot). Das Boot wird bewacht vom Hof-Krokodil Croncchi (meistens in der Koje).

„Hach, Sardinien-Luxus-Seglerleben – und dann nachhaltig? Und wie finanziert sich das?“ mögt ihr fragen.

Also, eine kleine Neun-Meter-Yacht auf Sardinien das eigene Boot nennen zu dürfen, ist ein Privileg, dessen bin ich mir bewusst.

Aber Luxus hat für mich persönlich wenig mit Schickimicki, Promis und schicken Yachthäfen zu tun, sondern zum Beispiel damit, am Neujahrstag ganz allein mit meinem Boot auf dem Meer zu sein, das in der Saison übervoll ist. Und das Boot bekam ich quasi geschenkt. Bis heute hat mich sein Refit ziemlich viel gekostet, aber wem sag ich sowas … Das gehört wohl zum Segler-Dasein dazu, ich hab aufgehört, zu rechnen.

Ich kann nur sagen: Mit Segeln wird man nur ausnahmsweise reich – und darum muss auch ich noch arbeiten und bin sicher kein typischer Aussteiger auf dem Segelboot 😉

Erst die Arbeit, dann das Segeln 😉

Nein, ich gehe nicht jeden Tag segeln. Vielleicht schaffe ich es so ein, zweimal im Monat. Leider hat es sich noch nicht so entwickelt, dass ich aufhören könnte, zu arbeiten.

Kurz beschrieben ist die Lage also: Boot statt Eigenheim, arbeiten statt segeln. Trotzdem alles toll, ohne Frage!

Ich und mein Panda (mit Schaf) in Berlin

Beruflich bin ich auf der Achse Deutschland-Schweiz-Österreich-Liechtenstein-Italien-Sardinien unterwegs – und arbeite als Kommunikationsberaterin zusammen mit meiner Geschäftspartnerin in unserer Agentur Fair Capital Project für nachhaltige Kapitalanlagen und Unternehmen.

Das Thema Nachhaltigkeit umtreibt mich also immer – auch weil ich überzeugt bin, dass Ökologie und Ökonomie keine getrennten Dinge sind, sondern zusammen funktionieren müssen, damit es uns und der Welt in der wir leben, gut geht. Für ein paar Prozent mehr Rendite unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen aufs Spiel zu setzen, finde ich dumm.

Ich bin ziemlich viel unterwegs und auch viel an Land – und das auch gern. Vielleicht ungewöhnlich für eine Segelerin. Aber mit meinem kleinen Fiat Panda auf den Reisen vom und zum Boot entdecke ich gern Europas Vielfalt und lege immer tolle Zwischenstopps ein. Fliegen mag ich nur in Ausnahmefällen.

Das schwarze Schaf auf Sardinien: Blog und Buch für das ganze Jahr

In meinem zweiten Leben auf Sardinien bin ich auch noch Autorin und Bloggerin – und ein „schwarzes Schaf“ / pecora nera.

Schaut gern auf meine Blog für Tipps zum Landgang: www.pecora-nera.eu

Seit 2010 berichte ich auf www.pecora-nera.eu über die Insel im ganzen Jahr. Schwarzes Schaf, weil ich bevorzugt abseits der touristischen Hotspots und ausgetrampelten Pfade unterwegs bin und immer meiner eigenen Nase folge.

Mein Ziel ist, die Insel mit Reisenden zu verbinden und ihnen das, Sardinien im Kern ausmacht, näher zu bringen.

Auch dabei geht es mir darum, die Natur und die Kultur der Insel soweit es irgend möglich ist, zu bewahren und zu schützen. Ähnlich wie mit diesem Segelprojekt.

Ich habe zwei Reisebücher über Sardinien geschrieben und veröffentlicht: www.sardinien-reisebuch.de. Und ein Sardinien-Wanderführer erscheint im April 2025 im Dumont-Verlag.

Mein Segelleben vor Sardinien

Zurück zum Segeln: Ich segle küstennah rund um Sardinien. Weiter weg eher nicht. Irgendwie bin ich ein heimatverbundener Mensch. Ich bin nur Einhandseglerin, wenn ich muss. Aber nicht wirklich überzeugt.

Ich segle darum selten allein. Mr. Shluck ist immer dabei, als Chef-Navigator und seelische Unterstützung. Meist segle ich mit Freunden.

Mein Lebenspartner, ein waschechter Sarde, ist als solcher eher landverbunden und nach eigener Aussage höchstens ein halber Seemann / mezzo marinaio. Aber, wenn er da ist, eine echte Unterstützung an Bord und quasi mein Bordmechaniker. Mezzo marinaio nennt man hier übrigens auch die Bootshaken … 😉

Wer sich fragt, wie ich alles zeitlich auf die Reihe kriege: Ich weiß es doch auch nicht!

Ich glaube, man muss egal, was man tut, wirklich gern machen, wirklich wollen und aus seinem tiefen Inneren heraus motiviert sein. Dann geht alles.

Und so mach ich das einfach.

Mit dem Piraten unterwegs in meinem aktuellen Heimatrevier Sardinien …