Cala dei Sardi, Golfo di Cugnana

Die Marina Cala dei Sardi ist eine Hauptsaison-Ergänzung, wenn die Costa Smeralda aus allen Nähten platzt. Der Hafen hat eine kleine, aber ordentliche Grundausstattung und der hier ansässige Charterer hat schöne Schiffe parat (NSS Charter, zu empfehlen z. B. auch für ein Teamsegeln, auch eine kleine Flottille für ein Alumni-Event organisiere ich von hier aus).

Die Lage im Golfo di Cugnana ist geschützt und die Seaflex-Schwimmstege (die so z. B. auch in Dubai im Einsatz sind) gelten als öko-kompatibel, da sie die natürlichen Strömungen nicht stören und sogar nutzen, um Stabilität für die Boote zu gewährleisten. Tatsächlich liegen die Boote hier ruhiger als anderswo.

Kontakt und Koordinaten

  • VHF Channel 8
  • +39 0789 1876125
  • info@caladeisardi.it
  • 41° 01′ 43 N – 9° 31′ 13 E

Infrastruktur

  • nur in der Hauptsaison!
  • 140 Liegeplätze mit Strom, Wasser und Wi-Fi
  • WC und Duschen sind gut in Schuss und werden gepflegt (sind allerdings klein und abends muss man oft warten)

Die Bar bzw. das kleine Restaurant mit Blick auf den Steg ist klasse, wenn auch einen Tick zu teuer, aber das darf einen hier oben im Nordosten eh nicht stören.

Weitere Infrastruktur in Portisco mit Restaurants, Bars und Wäscherei in Laufentfernung (kein Fußweg, du gehst quasi direkt auf der Straße).

Golfo Aranci

Der Hafen wurde gerade ausgebaut und erweitert (www.marinadigolfoaranci.com) – hat sich aber noch nicht so richtig durchgesetzt und auch nur eine Handvoll Plätze – die zudem an Schwimmstegen sind. Innerhalb der Hafenmauern selbst sind keine Transitplätze – was ihn wiederum sehr authentisch macht, er gehört quasi den lokalen Fischern und Seeleuten. Auch ist er ist unterhalb des Kaps sehr pittoresk gelegen, da kann man nicht meckern, und gute Restaurants gibt’s hier auch.

Der Schwell ist speziell bei Südostwind (Scirocco) sehr ungemütlich, aber auch schon ein starker Maestrale (NW, Mistral) sorgt an den „floating pontons“ dafür, dass es ordentlich wackelt und an den Festmachern zerrt (einer meiner Kunden hatte wegen ein Meter hoher Wellen mal ziemlich dumme Schäden am Heck). Der Hafen selbst schreibt: „la tranquillità di un ormeggio protetto e sicuro“ – „die Ruhe eines geschützten und sicheren Liegeplatzes“ und „garantisce totale riparo dai venti predominanti“ / „garantiert absoluten Schutz bei vorherrschenden Winden“. Ich würde das nicht unbedingt  unterschreiben. Da gibt es durchaus bessere Plätze.

Kontakt und Koordinaten

  • 40° 59’ 55’’ N – 9° 37’ 20’’ E
  • VHF 9
  • TEL +39 3487939401
  • ca. 30 Liegeplätze an privaten Schwimmstegen
  • bis 5 m tief, bis 16 m Länge
  • Preise sind in der Hauptsaison etwas willkürlich, speziell, wenn man wegen Schlechtwetter verlängern muss

Revier

Auch ankern ist vor Golfo Aranci schwierig: An manchen Stellen (auch an solchen, die gar nicht danach aussehen) gibt es bei Mistral üble Fallwinde, und es zieht quasi überall. Wir haben dort bei 50 Knoten Wind gelegen und innerhalb von zwei Tagen das Boot noch zweimal umsetzen müssen.

Bei der Anfahrt zudem auf Fährverkehr (Corsicaferries fährt nach Nizza und Livorno) achten sowie auf die Fischfarm vor der Hafeneinfahrt.

Das Revier ist wirklich schön rund ums Capo Figari (auf dem man übrigens auch schöne Wanderungen machen kann). Ankerbuchten wären Cala Moresca / Isola Figarolo: Am Capo Figari kann man an der südlichen Seite gut in der kleinen Cala Moresca ankern, die aber oft besetzt ist. Wir sind auf die flacheren Wasser zur prägnanten Insel „Isola Figarolo“ ausgewichen – auf der übrigens Mufflons leben, die manchmal sogar am Strand entlang laufen 🙂

Molo Brin, Olbia (Transitkai)

Der "Corsaro" an Molo Brin ...

Die Molo Brin hinter dem Fähranleger, direkt in der Stadtmitte in Olbia hat temporäre Liegeplätze – allerdings ohne Infrastruktur und auch die Möglichkeiten zum Festmachen sind eingeschränkt. Die Mole war mal ein alter Frachthafen – entsprechend „robust“ und hoch ist die Mauer. Lege dir die längsten Leinen bereit, die du an Bord hast und stelle dich darauf ein, nicht „mal eben an Land springen“ zu können, sondern eher klettern zu müssen.

Auch ein möglichst dicker Fender schadet nicht – die Kaimauer hat eine fiese Stufe, die bei Niedrigwasser an der Bordwand kratzen kann (mit ca. 30-40 cm ist die Tide in Olbia durchaus spürbar). Angelegt wird übrigens längsseits / all’inglese.

Im weiten Hafenbecken vor der Molo Brin und vor der Brücke ist Ankern möglich und erlaubt. Allerdings achte in der Hauptsaison darauf, für einfahrende große Schiffe Platz zum Manövrieren zu lassen.

Liegeplätze

Die Mole hat Platz für etwa zehn Segelyachten. Theoretisch kostet der Platz an der Mole 16 Euro, Liegezeit maximal 2 Tage. Praktisch kommt der Hafenmeister nie zum Kontrollieren oder Abkassieren. In knapp zehn Jahren hab ich ihn nicht einmal gesehen. Aber, alle paar Tage kommt morgens ein Müllauto und sammelt ein, was die Boote loswerden wollen – in der Hauptsaison gegen einen kleinen Obulus.

Dauerhaft hier liegen ist gerade in der Hauptsaison dennoch schwierig: Die langen Kaimauern müssen für große Schiffe freigemacht werden – und im Sommer landen relativ häufig Segelschulschiffe, Marineboote oder Millionärs-Motoryachten hier an. Auch wird das Becken gern mal für Wassersport- und andere Events gesperrt. Hast Du Deinen Kutter dann immer noch dort festgemacht, wird der – wie ein falsch geparktes Auto – für eine sehr unangenehme Summe abgeschleppt.

Der "Corsaro" an Molo Brin ...
Der „Corsaro“ an Molo Brin …

Im Winter wäre es tendenziell machbar – aber bei Wind ist es doch ziemlich ungemütlich und wegen besagter Kaimauer auch nicht ganz ungefährlich fürs Boot. Da liegt man in einem Hafen besser, und die Preise sind im Winter echt moderat.

Noch ein Argument, an der Molo Brin nicht unbedingt für längere Zeit zu bleiben: Bewuchs. Von Pocken („denti di cane“) bis Muscheln setzt sich hier ziemlich schnell alles fest, und fühlt sich wohl. Wer länger liegt, kann ganze Abendessen an Rumpf und Festmacher züchten … kleiner Scherz, aber die „Cozze di Olbia“, Miesmuscheln sind echt gut 😉

Festmacher für große Schiffe ...
Festmacher für große Schiffe …

Tipps für Olbia

Marina di Olbia

Mein Boot in der Marina di Olbia

Wer in Olbia einen geschützten Liegeplatz mit Infrastruktur sucht, steuert am besten direkt die Marina di Olbia an (www.moys.it). Das ist eine neu angelegte, moderne Marina, und in der Nebensaison auch zu moderaten Preisen. In der Hauptsaison (Juli bis September) allerdings ein recht kostspieliger Spaß – ich musste mal im August wegen technischer Probleme und einem starkem Maestrale dort ein paar Tage bleiben. Das war zwar schön, aber echt nicht gut fürs Budget 😉 Aber der Service ist insgesamt sehr gut.

Die Anfahrt durch den Golfo di Olbia ist trotz des Fährverkehrs geschmeidig, die Fahrrinne ist breit genug und die Fähren fahren langsam. Segeln ist hier übrigens nicht erlaubt. Aufpassen, wenn die Fähren vor ihrem Anleger drehen – Strömung und Schraubenwasser können die Navigation stören. Es gibt einige Unterwasserfelsen direkt vor dem Hafen (falls man seine Runden zum Tanken dreht, aufpassen.

Kontakt und Koordinaten

VHF KANAL 9
Telefon: +39 0789 645030
24h-Nummer: +39 338 8765449
(Anlegen in der Nacht/Notfälle)

MOYS Srl
Via Piovene, 8
07026 Olbia OT

Infrastruktur

  • Yachtservice (www.moys.it)
  • Werften und nautischer Service in direkter Umgebung
  • Duschen / WC  neu und gut gepflegt (Zugang mit Karte)
  • Tankstelle (die allerdings auch gern mal von Megayachten belegt ist)
  • Bar hat’s auch (leider etwas überteuert)
  • Einkaufszentrum in direkter Nähe
  • Busverbindung in die Innenstadt, von dort Zugverbindungen auf der gesamten Insel
  • Flughafen 3 km entfernt

Die Lage ist für alle, die mit ihrem Boot auf Sardinien überwintern wollen, bestens: Der Flughafen ist theoretisch sogar in Laufentfernung, praktisch bringt euch auf Anfrage sogar der Hafenservice hin. Gleiches in die Altstadt – zu Fuß ist es etwas mühsam, aber der Hafen ist gern behilflich. Falls der Bringdienst gerade nicht aktiv ist (Winter, Nebensaison) kann man auch mit dem Dinghi rüber an die Molo Brin fahren. Und für Sturmtage bzw. falls man gern mal wieder festen Boden unter den Füßen hätte, gibt es auch Appartments mit Blick aufs Boot.

Revier

Das Revier (Golfo Aranci, Isola Tavolara) prima für Tagesausflüge und abends hat die Stadt einige schöne Restaurants und Bars. Viele lassen Olbia aus, weil es ein wenig im Landesinneren liegt. Ich finde, das hat die Stadt nicht verdient 😉

Der Golfo di Olbia ist eingangs etwas kabbbelig, an windigen Tagen bildet sich eine leichte Kreuzsee zwischen Capo Figari und der Insel Tavolara (selbige hat noch ein paar Fiese Fallwinde, hier aufmerksam segeln, es kommt manchmal aus dem Nichts).