Marina dell’Orso, Poltu Quatu

Sehr schöner Hafen an der Costa Smeralda: Poltu Quatu

Die Marina dell’Orso („Hafen des Bären“, weiß der Geier, warum die so heißt – vielleicht wegen des nahe gelegenen Bärenfelsen bei Palau)  Etwas schwer von See auszumachen und anzusteuern, ist Poltu Quatu aber ein richtig richtig schöner und moderner Hafen in einem kleinen Fjord, umrahmt von Granitfelsen. Er ist nicht so windgeschützt wie man vermuten würde, aber in der Haupt-Segelsaison (= Nebensaison) prima.

Die Marina ist relativ neu ausgebaut, hat aber leider hauptsächlich an große Yachten gedacht – von kleineren flachen Booten muss man hier und da klettern, und unsere Klampen waren an dem ersten zugeteilten Liegeplatz zu klein für die fetten Muringleinen. Die Lage ist traumhaft direkt vor Caprera – und um das Maddalena-Archipel zu erkunden.

Kontakt und Koordinaten

41.1362 N  9.4960 E

MARINA DELL’ORSO
Loc. Poltu Quatu snc – 07021 Arzachena (OT)

Telefon: +39 0789 99477  +39 0789 950084

E-Mail: marina@poltuquatu.com

Preisliste: Die Preise sind für die Costa sogar moderat (wenn man die Stege direkt am Hafenausgang wählt und Juli / August auslässt). » https://www.poltu-quatu.com/en/mdo-rates-contacts.php

Service

Im Sommer gibt es hier alles, was das anspruchsvolle Segler-Herz begehrt: Nach einem Winter in diesem Hafen müssen wir aber festhalten, dass der Service in der Nicht-Saison unterirdisch ist. Das Boot wird selbst in Starkwindphasen sich selbst überlassen, die Aufpasser an Land sind nicht wirklich parat.

Bei winterlichen Wetterlagen aus Nord / Nordost steht enormer Schwell und Wind im Hafen. Der Maestrale (Nordwest) fegt im Frühling um den Felsen, der den Hafen so hübsch macht und nimmt richtig Fahrt auf – man hängt quasi fest in der fjordähnlichen Struktur. Fazit: Sommer top, Winter, speziell in stürmischen Zeiten, flop.

(Nachtrag: Wir hatten wirklich Pech, Nordstürme sind tatsächlich relativ selten.)

Sturm aus Nord: selten, aber wenn, dann heftig
Sturm aus Nord: selten, aber wenn, dann heftig

Cala dei Sardi, Golfo di Cugnana

Die Marina Cala dei Sardi ist eine Hauptsaison-Ergänzung, wenn die Costa Smeralda aus allen Nähten platzt. Der Hafen hat eine kleine, aber ordentliche Grundausstattung und der hier ansässige Charterer hat schöne Schiffe parat (NSS Charter, zu empfehlen z. B. auch für ein Teamsegeln, auch eine kleine Flottille für ein Alumni-Event organisiere ich von hier aus).

Die Lage im Golfo di Cugnana ist geschützt und die Seaflex-Schwimmstege (die so z. B. auch in Dubai im Einsatz sind) gelten als öko-kompatibel, da sie die natürlichen Strömungen nicht stören und sogar nutzen, um Stabilität für die Boote zu gewährleisten. Tatsächlich liegen die Boote hier ruhiger als anderswo.

Kontakt und Koordinaten

  • VHF Channel 8
  • +39 0789 1876125
  • info@caladeisardi.it
  • 41° 01′ 43 N – 9° 31′ 13 E

Infrastruktur

  • nur in der Hauptsaison!
  • 140 Liegeplätze mit Strom, Wasser und Wi-Fi
  • WC und Duschen sind gut in Schuss und werden gepflegt (sind allerdings klein und abends muss man oft warten)

Die Bar bzw. das kleine Restaurant mit Blick auf den Steg ist klasse, wenn auch einen Tick zu teuer, aber das darf einen hier oben im Nordosten eh nicht stören.

Weitere Infrastruktur in Portisco mit Restaurants, Bars und Wäscherei in Laufentfernung (kein Fußweg, du gehst quasi direkt auf der Straße).

Golfo Aranci

Der Hafen wurde gerade ausgebaut und erweitert (www.marinadigolfoaranci.com) – hat sich aber noch nicht so richtig durchgesetzt und auch nur eine Handvoll Plätze – die zudem an Schwimmstegen sind. Innerhalb der Hafenmauern selbst sind keine Transitplätze – was ihn wiederum sehr authentisch macht, er gehört quasi den lokalen Fischern und Seeleuten. Auch ist er ist unterhalb des Kaps sehr pittoresk gelegen, da kann man nicht meckern, und gute Restaurants gibt’s hier auch.

Der Schwell ist speziell bei Südostwind (Scirocco) sehr ungemütlich, aber auch schon ein starker Maestrale (NW, Mistral) sorgt an den „floating pontons“ dafür, dass es ordentlich wackelt und an den Festmachern zerrt (einer meiner Kunden hatte wegen ein Meter hoher Wellen mal ziemlich dumme Schäden am Heck). Der Hafen selbst schreibt: „la tranquillità di un ormeggio protetto e sicuro“ – „die Ruhe eines geschützten und sicheren Liegeplatzes“ und „garantisce totale riparo dai venti predominanti“ / „garantiert absoluten Schutz bei vorherrschenden Winden“. Ich würde das nicht unbedingt  unterschreiben. Da gibt es durchaus bessere Plätze.

Kontakt und Koordinaten

  • 40° 59’ 55’’ N – 9° 37’ 20’’ E
  • VHF 9
  • TEL +39 3487939401
  • ca. 30 Liegeplätze an privaten Schwimmstegen
  • bis 5 m tief, bis 16 m Länge
  • Preise sind in der Hauptsaison etwas willkürlich, speziell, wenn man wegen Schlechtwetter verlängern muss

Revier

Auch ankern ist vor Golfo Aranci schwierig: An manchen Stellen (auch an solchen, die gar nicht danach aussehen) gibt es bei Mistral üble Fallwinde, und es zieht quasi überall. Wir haben dort bei 50 Knoten Wind gelegen und innerhalb von zwei Tagen das Boot noch zweimal umsetzen müssen.

Bei der Anfahrt zudem auf Fährverkehr (Corsicaferries fährt nach Nizza und Livorno) achten sowie auf die Fischfarm vor der Hafeneinfahrt.

Das Revier ist wirklich schön rund ums Capo Figari (auf dem man übrigens auch schöne Wanderungen machen kann). Ankerbuchten wären Cala Moresca / Isola Figarolo: Am Capo Figari kann man an der südlichen Seite gut in der kleinen Cala Moresca ankern, die aber oft besetzt ist. Wir sind auf die flacheren Wasser zur prägnanten Insel „Isola Figarolo“ ausgewichen – auf der übrigens Mufflons leben, die manchmal sogar am Strand entlang laufen 🙂

Molo Brin, Olbia (Transitkai)

Der "Corsaro" an Molo Brin ...

Die Molo Brin hinter dem Fähranleger, direkt in der Stadtmitte in Olbia hat temporäre Liegeplätze – allerdings ohne Infrastruktur und auch die Möglichkeiten zum Festmachen sind eingeschränkt. Die Mole war mal ein alter Frachthafen – entsprechend „robust“ und hoch ist die Mauer. Lege dir die längsten Leinen bereit, die du an Bord hast und stelle dich darauf ein, nicht „mal eben an Land springen“ zu können, sondern eher klettern zu müssen.

Auch ein möglichst dicker Fender schadet nicht – die Kaimauer hat eine fiese Stufe, die bei Niedrigwasser an der Bordwand kratzen kann (mit ca. 30-40 cm ist die Tide in Olbia durchaus spürbar). Angelegt wird übrigens längsseits / all’inglese.

Im weiten Hafenbecken vor der Molo Brin und vor der Brücke ist Ankern möglich und erlaubt. Allerdings achte in der Hauptsaison darauf, für einfahrende große Schiffe Platz zum Manövrieren zu lassen.

Liegeplätze

Die Mole hat Platz für etwa zehn Segelyachten. Theoretisch kostet der Platz an der Mole 16 Euro, Liegezeit maximal 2 Tage. Praktisch kommt der Hafenmeister nie zum Kontrollieren oder Abkassieren. In knapp zehn Jahren hab ich ihn nicht einmal gesehen. Aber, alle paar Tage kommt morgens ein Müllauto und sammelt ein, was die Boote loswerden wollen – in der Hauptsaison gegen einen kleinen Obulus.

Dauerhaft hier liegen ist gerade in der Hauptsaison dennoch schwierig: Die langen Kaimauern müssen für große Schiffe freigemacht werden – und im Sommer landen relativ häufig Segelschulschiffe, Marineboote oder Millionärs-Motoryachten hier an. Auch wird das Becken gern mal für Wassersport- und andere Events gesperrt. Hast Du Deinen Kutter dann immer noch dort festgemacht, wird der – wie ein falsch geparktes Auto – für eine sehr unangenehme Summe abgeschleppt.

Der "Corsaro" an Molo Brin ...
Der „Corsaro“ an Molo Brin …

Im Winter wäre es tendenziell machbar – aber bei Wind ist es doch ziemlich ungemütlich und wegen besagter Kaimauer auch nicht ganz ungefährlich fürs Boot. Da liegt man in einem Hafen besser, und die Preise sind im Winter echt moderat.

Noch ein Argument, an der Molo Brin nicht unbedingt für längere Zeit zu bleiben: Bewuchs. Von Pocken („denti di cane“) bis Muscheln setzt sich hier ziemlich schnell alles fest, und fühlt sich wohl. Wer länger liegt, kann ganze Abendessen an Rumpf und Festmacher züchten … kleiner Scherz, aber die „Cozze di Olbia“, Miesmuscheln sind echt gut 😉

Festmacher für große Schiffe ...
Festmacher für große Schiffe …

Tipps für Olbia